Von der Allmacht und Allwissenheit Gottes und der Freiheit des Menschen.

Leibniz auf dem Weg zur Theodicée, Manuskriptseite von Gottfried Wilhelm Leibniz, LH I, IV, 2, Bl. 2r

Eine der großen philosophischen Thematiken seines Lebens wird für Leibniz die Frage nach der Rechtfertigung des Übels angesichts der Existenz Gottes. Leibniz setzt sich in dem hier vorliegenden Konzept aus den Jahren 1670-71 erstmals mit diesem Problem auseinander, welches er auf das moralische Böse und die Diskussion um die Willensfreiheit des Menschen bereits zu Beginn des Textes ausrichtet:  „Unter allen Fragen, so das menschliche Geschlecht verwirret, ist keine mit mehrer Hitze getrieben, öfter wiederholt, gefährlicher und grausamer ausgeübt worden als diese Streitigkeit: wie mit der Allmacht und Allwissenheit des alles-regierenden Gottes der freie Wille des Menschen, Strafe und Belohnung, stehen könne.“

Im Verlauf des Konzepts diskutiert er die Problematik in „zwei Haupt-Sophismata oder betrügliche Vernunft-Schlüssen“. In dieser ersten Auseinandersetzung mit der Theodizee zeigt Leibniz lediglich die Argumentationsfehler der beiden Sophismen auf. Eine eigene Lösung präsentiert er darüber hinaus nicht. Der Text bricht davor ab.
WY