Leibniz und Russland

"Ernennungsurkunde Peters des Großen für Leibniz zum Geheimen Justizrat"
11. November 1712
GWLB: Ms XXXIII, 1749, Bog. A-D

Herzog Anton Ulrich war durch die Eheschließungen seiner Enkelinnen unter anderem mit dem russischen Zarenhaus verbunden. Davon konnte auch Leibniz profitieren. Er bekam 1711 eine Audienz bei Zar Peter I. und hatte damit die Gelegenheit, diesem seine Pläne für die Förderung und die Verbreitung der Wissenschaften in Russland zu schildern. Leibniz sah in Russland das Bindeglied zwischen Europa und China. 1712 traf Leibniz den Zaren ein zweites Mal bei dessen Kuraufenthalt in Karlsbad. Dort wurde Leibniz vom Zaren durch die hier ausgestellte Urkunde zum „Geheimen Justizrat“ ernannt und erhielt den Auftrag, Russland für die modernen Wissenschaften zu öffnen.

Zitat aus der Urkunde: „wegen seiner angerühmten und von Uns befundenen guten qualitäten und Wissenschaften auch zu unserm Geheimten Justiz-Rath anzunehmen, und zu bestellen, … die Studien Künste und Wissenschaften in Unserm Reich mehr und mehr floriren zu machen …“