Brief an Joachim Bouvet

Gottfried Wilhelm Leibniz an Joachim Bouvet
Briefentwurf

GWLB: LBR 330 Bl15r

Joachim Bouvet gehörte zu den fünf berühmten „Mathématiciens du Roy“, die am 3. März 1685 von Louis XIV nach China entsandt wurden. Die fünf kamen nach einem Aufenthalt in Siam am 23. Juli 1687 in Ningbo an und wurden an den Kaiserhof berufen. Bouvet blieb dort als einer der Lehrer des Kaisers und unterrichtete ihn in europäischen Naturwissenschaften und in Philosophie. Leibniz' China-Korrespondenz mit den Missionspadres liefert heute ein beeindruckendes Zeugnis von seiner lebhaften Begeisterung für China. In einem Brief an die Kurfürstin Sophie von Hannover verglich sich Leibniz selbst mit einem „Adressenbüro für China”. Manche seiner, den Missionaren mitgegebenen Briefe, waren auf dem Land- und Seeweg Monate oder Jahre unterwegs. Die Antwort auf ein Schreiben an den chinesischen Kaiser K'ang-hsi erhielt Leibniz erst zwei Jahre später.
Freimütig gab Leibniz in seinen Briefen neueste Erkenntnisse der Mathematik preis und erbittet als Gegengabe Auskunft über die chinesische Papier- und Porzellanherstellung, sowie die berühmte chinesische Heilkunst.