Jugend und Studium in Leipzig

Leipziger Studenten und ein Wittenberger Student (16. Jh. - 18. Jh.)
kolorierter Kupferstich, gestochen von Johann Friedrich Schröter, vor 1810
GWLB: G-A 2645, Tafel 45 - 47

Am 1. Juli 1646 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz als Sohn des Juristen und Professors der Moralphilosophie Friedrich Leibniz und seiner Frau Katharina in Leipzig geboren. Von 1653 bis 1661 besuchte Leibniz die Nikolaischule, eine der ersten städtischen Bürgerschulen, die im Jahr 1512 ihren Schulbetrieb aufnahm.

Als Leibniz mit erst fünfzehn Jahren 1661 sein Studium in Leipzig begann, widmete er sich zunächst der Philosophie. Nach einem Jahr Aufenthalt in Jena  begann er 1663 ein Jurastudium. Nachdem er als zu jung befunden und nicht zur Promotion zugelassen wurde, wechselte er an die Universität Altdorf, wo er 1667 zum Doktor beider Rechte promoviert wurde. Vierzig Jahre später äußerte sich Leibniz in einem Brief an Adam Rechenberg über seine Vaterstadt: "Ich liebe es [Leipzig], wie es sich für die Heimat geziemt, und ich habe nicht das Gefühl, daß sie gegen mich undankbar war. Ich habe keinen Grund zur Klage darüber, daß ich als junger Mann und fast noch ein Knabe unter so vielen Männern, die an Alter und Gelehrsamkeit hervorragten, nicht auffiel." (LBr. 757 Bl. 1v)
Das Bild zeigt vornehm gekleidete Studenten mit Allongeperücke, federbesetztem Hut, Kravatte, Leibrock, Degen und Schuhen mit hohen Absätzen. Vor allem im Vergleich mit anderen mitteldeutschen Universitäten galt der Leipziger Student als elegant und modebewußt. Die weltoffene Handelsstadt bot den Studenten neben dem Studium gute Erwerbsmöglichkeiten.