Einführung des Integralzeichens

Gottfried Wilhelm Leibniz, Manuskript Analysis tetragonistica, 1675,
Manuskriptseite,
GWLB: LH XXXV, 8, 18, Bl. 2.

Als Hauptbestandteil der Analysis stellt die sog. Infinitimalrechnung die Grundlage der modernen Mathematik dar. Sie liefert die mathematische Methode, eine Funktion aus beliebig kleinen (also „infinitesimalen“) Abschnitten widerspruchsfrei zu beschreiben. Mit einer derartigen Beschreibung der Funktionen ist es z.B. möglich die vom Funktionsgraphen eingeschlossenen Flächen zu berechnen. Leibniz entwickelte die Infinitesimalrechnung zeitgleich aber unabhängig von Newton in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die von Leibniz eingeführten Bezeichnungen und Symbole für das Integral aber auch den Differentialquotienten sind bis heute üblich. Dieses Zeichensystem setzte sich sicherlich auch deswegen durch, weil Leibniz eine elegante Schreibweise und einen einfachen Rechenweg fand. Zu erkennen ist auf dieser Manuskriptseite u. a. die Formulierung “utile erit scribi ∫ pro omnia“ mit der Einführung des besagten Integralzeichens.