Pyrmont

Der Ort, dessen Name sich von der im 12. Jahrhundert vom Kölner Erzbischof errichteten Burg „Petri Montis“ ableitet, war schon im Mittelalter bekannt für seine Heilquellen, der „fons sacer“ bzw. der „Hylligen Born“. Den großen Aufschwung als „Prominenten-Kurort“ für gekrönte Häupter und  europäische Geistesgrößen nahm Pyrmont im 17. und 18. Jahrhundert, nachdem Fürst Georg Friedrich von Waldeck 1668 das Brunnenhaus sowie die Brunnenstraße und Hauptallee im Ort anlegen ließ. Seit 1712 war in Pyrmont als Brunnenarzt und Waldeck’scher Leibmedicus Johann Philipp Seip tätig, der die „Dunsthöhle“ genauer untersuchte und dort ein „trockenes Schweißbad“ einrichten ließ, in dem sich rheumatische Erkrankungen kurieren ließen.

Auch Leibniz hielt sich mehrfach in Pyrmont auf, verband dabei die Trinkuren des Pyrmonter Sauerbrunnens mit Gesprächen anwesender Kurgäste aus Wissenschaft und Politik.

Im Juni1716  kam es in Pyrmont zu einer  Audienz bei  Zar Peter I. von Russland, der sich dort seit Mai aufhielt. Leibniz hatte die Möglichkeit, ihm seine Reformgedanken zu erläutern und dem Monarchen eine Denkschrift über Magnetnadel-Beobachtungen zu überreichen sowie weitere Vorschläge zur Einrichtung von „Collegien“ zur Förderung von Wissenschaft und Künsten. Im Juli wurden die Gespräche noch in Herrenhausen fortgeführt.

Ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte sich zwischen Leibniz  und Johann Philipp Seip. Nach Aussagen des Arztes verbrachte er mit Leibniz dessen siebzigsten Geburtstag in Pyrmont. (Mehrdorf, S. 68). Seip war es auch, der wenige Monate später bei einem Besuch in Hannover  am 14. November 1716 den bereits todkranken Leibniz aufsuchte, dessen bedrohlichen Zustand sofort erkannte und versuchte, noch ein Medikament aus der Apotheke zu besorgen. Über Leibniz‘ Todesstunde informiert uns heute der Bericht Seips, dem anscheinend vorgeworfen worden war, ein falsches Medikament verabreicht zu haben. Seip sah sich gezwungen, „im Nachstehenden einen wahrheitsgetreuen Bericht des Geschehnisses geben zu müssen“ (Mehrdorf S. 67), indem er darauf hinwies, dass Leibniz das erwähnte Medikament gar nicht mehr einnehmen konnte, denn, so Seip: „Als ich beschleunigten Schrittes zurückkehrte, fand ich den großen Mann tot vor, umgeben von vielen Büchern, Schriften und Briefen auf seiner Decke…“ (Mehrdorf, S. 68).

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