Celle

Lüneburg, eine der beiden Namen gebenden Städte 1235 gegründeten Herzogtums, spielte in der Geschichte der Welfen eine wichtige Rolle. Nachdem die Stadt im 14. Jahrhundert während des Lüneburger Erbfolgekriegs schwere Zerstörungen erlitten hatte, verlegten die Lüneburger Welfen ihre Residenz nach Celle.

In Celle regierte seit 1665 der als „Heideherzog“ bekannte Georg Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg (Celle). Im so genannten „Brauttausch“ hatte er 1658 mit dem Versprechen, ehelos zu bleiben,  seine damalige Verlobte, Sophie von der Pfalz, seinem jüngeren Bruder Ernst August überlassen. Entgegen der Abmachung heiratete er jedoch 1676 seine Mätresse Eleonore d’Olbreuse. Ihre gemeinsame Tochter, Sophie Dorothea wurde zur Sicherung der hannoverschen Erbfolge in Lüneburg mit dem Kurprinzen Georg Ludwig verheiratet. Dass die Ehe nicht glücklich verlief, ist bekannt.

Als Wilhelm III., der nach der Glorious Revolution 1689 zusammen mit seiner Frau Mary in London zum englischen König gekrönt worden war,  dem befreundeten Georg Wilhelm im Oktober 1698 einen Besuch abstatte, war Leibniz zwar in Celle, konnte aber nicht, wie er gehofft hatte, mit dem König selber sprechen. Dennoch gelang ihm, der sich bei der Frage der welfischen Sukzession in England als Berater der Thronanwärterin, der Kurfürstin Sophie von Hannover verstand, Kontakt zu einigen englischen Diplomatem aufzunehmen.

Neben Sophie von Hannover und ihrer Tochter Sophie Charlotte, kann auch die Celler Herzogin Eleonore als Leibniz‘ Gönnerin angesehen werden, an sie wandte er sich mit der Bitte um Fürsprache, als ihm wegen der nicht fertig werden wollenden Welfengeschichte das Gehalt gekürzt wurde.

In Bezug auf Lüneburg sei nur kurz ein Briefpartner von Leibniz erwähnt, den aus Straßburg stammenden Historiker, Juristen und Philosophen Johann Friedrich  Pfeffinger (1667-1730), der als Professor an der Lüneburger Ritterakademie Mathematikvorlesungen hielt.

Auch er arbeitete an einer „Historie des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses“ und ist weiterhin der Verfasser der „Merckwürdigkeiten des XVII. Jahrhunderts“, worüber er mit Leibniz korrespondierte.

Im April 1699 berichtete er Leibniz von einer besonders eindrucksvollen Naturerscheinung, die er als Zeichnung seinem Brief beifügte. Am Karfreitag 1699 seien am Himmel fünf Sonnen erschienen. Es handelte sich dabei um eine atmosphärische Reflektion, so genannte Parhelien (Nebensonnen).

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