Helmstedt

An der 1576 in Helmstedt eingerichteten Academia Julia, der ersten protestantischen Landesuniversität im Fürstentum Braunschweig-Lüneburg stand Leibniz mit einer ganzen Reihe Helmstedter Professoren aller Fakultäten in regem Kontakt. Zu nennen sind hier Johann Georg Eckhart (1664-1730), Professor für Geschichte und Leibniz‘ letzter Mitarbeiter an der Welfengeschichte und sein Amtsnachfolger in Hannover, der aus Altdorf stammende Theologe Johann Fabricius (1644-1729), der Theologe und Kirchenhistoriker und spätere Abt des Klosters Marienthal Johann Andreas Schmid (1652-1726), für dessen angemessene Bezahlung sich Leibniz persönlich einsetzte, sowie der Historiker und Orientalist Hermann von der Hardt (1660-1746), der die Universitätsbibliothek in Helmstedt leitete.

Ein enges Verhältnis entwickelte sich zwischen Leibniz und dem Helmstedter Mathematikprofessor Rudolf Christian Wagner (ca. 1671-1741), und im Mittelpunkt dabei stand Leibniz‘ „Lieblingskind“, nämlich die Rechenmaschine.

Vergeblich hatte Leibniz nach seinem Amtsantritt in Hannover versucht, den französischen Uhrmachermeister Olivier zu überreden, ihm zu folgen. Olivier hatte 1673 ein Rechenmaschinenmodell aus Messing mit direktem Antrieb, Umdrehungszählwerk und Staffelwalze angefertigt, das Leibniz 1675 in der Académie des sciences vorführen konnte.

In den neunziger Jahren des 17. Jahrhunderts ergab sich die Möglichkeit, unter Vermittlung von Wagner in Helmstedt weiter an der Maschine arbeiten zu lassen. An der Maschine arbeiteten - und scheiterten - schließlich mindestens fünf namentlich bekannte Handwerker, Uhrmacher und  Büchsenmacher, für die sich diese Tätigkeit geradezu zu einem Albtraum entwickelte. Schließlich gelangte die Maschine in die Obhut des Augsburger Uhrmachers Gottfried Salomon Has, der sich in den Jahren 1714 bis 1716 um ihre Perfektionierung bemühte, sodass Leibniz die Hoffnung nicht aufgab, sie dem russischen Zaren bei dessen Aufenthalt in Pyrmont und Herrenhausen im Sommer 1716 vorführen oder sie gar eines Tages dem chinesischen Kaiser zum Geschen.

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