Ehemalige Maulbeerbaumplantage

Im Berggarten, entstanden aus drei kleineren Nutzgärten für die herzogliche Hofhaltung des Schlosses Herrenhausen, wurde auf Anregung von Gottfried Wilhelm Leibniz eine Maulbeerbaumplantage mit zunächst 1161 Maulbeerbäumen angelegt, die in der Folgezeit noch erweitert wurden. Der Maulbeergarten diente der Zucht von Seidenraupen, die sich ausschließlich von Maulbeerblättern ernähren, sowie der damit verbundenen Seidenspinnerei. Von den zu erwartenden Erträgen der Seidenproduktion, die Leibniz auch in Brandenburg-Preußen anregte, versprach er sich nicht nur reichliche Einnahmen für den Staatshaushalt, sondern auch die Möglichkeit zur Finanzierung seiner Pläne einer Akademie der Wissenschaften. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Seidenspinnerei im Kurfürstentum Hannover jedoch Ende des 18. Jahrhunderts eingestellt. Die Maulbeerbaumplantage befand sich zwischen dem jetzigen Sea-Life-Areal und dem Mausoleum bzw. dem Ende der Allee. Dieser Bereich wird heute eingenommen von Wiesen, alten Bäumen und dem 1850 angelegten Paradies mit Rhododendren und Magnolien. Die letzten Maulbeerbäume wurden vor rund 150 Jahren entfernt. Heute befindet sich im Berggarten ein Exemplar, das vor etwa 40 Jahren angepflanzt wurde.