Leibnizzimmer im Galeriegebäude des Schlosses Herrenhausen

Das von 1694 bis 1698 von dem herzoglichen Hofbauschreiber Brand Westermann und dem Venezianer Tommaso Giusti erbaute Galeriegebäude diente dem herzoglichen und kurfürstlichen Hof als Festsaal im Sommer und als Orangerie und Aufbewahrungsort für Pflanzen und Gegenstände im Winter. Nach Zerstörung und Abriss des Schlosses wurde das Galeriegebäude mit seinen barocken Deckengemälden, die den künstlerischen Bogen zwischen griechischer Mythologie, Kurfürst Ernst August und Kurfürstin Sophie spannen, der architektonische Schwerpunkt des Großen Gartens und dient heute als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum.

Im westlichen Obergeschoss befinden sich mit dem Leibnizzimmer (auch als Sophien- oder Damenzimmer bezeichnet), diejenigen Räumlichkeiten, die der Kurfürstin Sophie nach dem Tode ihres Ehemannes Ernst August als Wohnraum dienten und in denen sie auch Leibniz empfing. Das als Spiegelzimmer eingerichtete Kabinett wurde 1705/06 nach holländischem und brandenburgischem Vorbild umgestaltet, die Wände mit Schein- und echten Öffnungen, die Decke mit einem Spiegelgewölbe und reichhaltigen Stuckaturen und Gemälden versehen. Die Ausstattung ist heute nicht mehr vollständig erhalten. Das benachbarte „Frühlingszimmer“, in dem sich Leibniz auch aufgehalten haben dürfte, steht an bestimmten Tagen für Eheschließungen zur Verfügung.