Gottfried Wilhelm Leibniz Universität

Leibniz’ Ideal einer zukunftsweisenden Wissenschaftseinrichtung, die sich nicht nur mit theoretischen Kenntnissen und Methoden beschäftigt, sondern neben den Grundlagenfächern auch praktische Fächer wie das Bauwesen, den Bergbau, die Landwirtschaft und die Entwicklung von Manufakturen mit einbezieht, zeigt sich am deutlichsten in seinen Plänen zur Gründung von Akademien. In Hannover ließen sich diese Ideen zu seiner Zeit nicht verwirklichen. Der Initiative des aus Wien stammenden Technologen Karl Karmarsch (1803-1879) ist es zu verdanken, dass am 2. Mai 1831 die Höhere Gewerbeschule ihre Türen im Bornemannschen Haus in der Marktstraße 60 öffnete, aus der schließlich die Polytechnische Hochschule, dann die Technische Hochschule , seit 1879 hatte sie ihren Sitz im Welfenschloss, das von König Georg V. ursprünglich als neuer Regierungssitz erbaut worden war, nach der Annexion Hannovers durch Preußen im Jahre 1866 aber nicht mehr diesen Zweck erfüllen konnte. Mit Inkrafttreten des Hochschulrahmengesetzes vom 1. Oktober 1978 wurde sie zur Universität Hannover und erhielt am 1. Juli 2006 den Namen „Gottfried Wilhelm Leibniz Universität”. Pünktlich zum zweiten Jahrestag ihrer Umbenennung konnte die Leibniz Universität am 1. Juli 2008 die Schaffung einer Stiftungsprofessur bekannt geben, die herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorbehalten sein, die neue Akzente in der interdisziplinären Lehre und Forschung setzen. Die Leibniz-Professur wird für jeweils maximal fünf Jahre besetzt und für diesen Zeitraum einer Fakultät zugeordnet. Die Besonderheit an dieser Professur: Sie soll als Wanderprofessur durch die Fakultäten verstanden werden. Finanziert wird sie zu einer Hälfte von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, die andere Hälfte teilen sich die Landeshauptstadt Hannover und das Land Niedersachsen. Zum 1. Juli 2010 wurde Prof. Dr. Wenchao Li, Leiter der Leibniz-Edition Potsdam, auf diese Stelle berufen.

Im Sockelgeschoss des Universitäts-Hauptgebäudes befindet sich die von Prof. Dr. Dr. hc. mult. Erwin Stein im Frühjahr 1990 konzipierte Leibniz-Dauerausstellung, die in Verbindung mit einem Leibniz-Symposium an der Universität Hannover entstand. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Lichthof des Welfenschlosses standen funktionstüchtige Modelle der Leibniz’schen Erfindungen, im Besonderen seine Rechenmaschinen und seine technischen Verbesserungen im Oberharzer Bergbau. Die Ausstellung wurde immer weiter ausgebaut: So zählen seit 2006 u. a. vier wichtige Nachbauten der Leibniz’schen Rechenmaschinen zu den Exponaten. Im Jahre 2008 wurden sie noch um eine neue binäre Getriebemaschine ergänzt. Seit dem 11. Januar 2008 sind in einer Dauerausstellung sieben wichtige Exponate der Gesamtausstellung im Sockelgeschoss des Universitätsgebäudes zu sehen. Hier sind in einem Glaskubus u. a. Funktionsmodelle der Rechenmaschinen sowie 19 Bild- und Texttafeln mit Informationen zum Leben und Werk von Leibniz zu besichtigen. Seit Sommer 2010 beherbergt ein weiterer Glaskubus die Nachbauten der Mühlen- und Fördermodelle, die Leibniz für die Optimierung des Oberharzer Bergbaus entworfen hatte und konstruieren ließ. Die Funktionsmodelle sind in ihrer Art einmalig und erfüllen nicht nur den Anspruch einer Ausstellung, sonder sind zugleich Forschungsobjekte ersten Ranges.