Das Historische Museum Hannover

Das Historische Museum Hannover am Rande der Altstadt liegt gegenüber den wohl letzten städtischen Fachwerkhäusern in der Burgstraße, in unmittelbarer Nähe des Leibnizhauses. In das heutige Gebäude, das aus dem Jahre 1966 stammt, sind Reste der ehemaligen Stadtmauer integriert, deren Entstehungszeit in das späte Mittelalter zurückreicht. Neben wechselnden Sonderausstellungen befindet sich im Museum eine Dauerausstellung „750 Jahre Hannover – von der Siedlung to den hogen overen bis zur Großstadt Hannover“ mit zahlreichen Exponaten zur Geschichte von Stadt und Umland, zum Leben der niedersächsischen Landbevölkerung vom 17. bis ins 20. Jahrhundert und zur Entwicklung Hannovers vom mittelalterlichen Marktflecken zur modernen Großstadt. Mehrere Ausstellungsstücke des Historischen Museums weisen einen unmittelbaren Bezug zu Gottfried Wilhelm Leibniz auf. So findet sich dort eine Kopie eines Porträts des Philosophen, das ein unbekannter Künstler um 1711 gemalt hat. Ob es sich bei dem ausgestellten Schrittzähler, entstanden um das Jahr 1700, um einen Gegenstand aus dem Besitz von Leibniz handelt, ist nicht gewiss. Nach Leibniz’ eigenen Aussagen war es jedoch ein solches Gerät, das ihn zum Bau seiner Rechenmaschine inspirierte. An der Außenmauer zum Leineufer hin befindet sich seit dem Expo-Jahr 2000 ein Leuchtkunstwerk des amerikanischen Konzeptkünstlers Joseph Kosuth (*1945) aus Ohio/USA. Bei Dunkelheit besser zu erkennen als bei Tageslicht, ist dort ein Zitat aus der Monadologie (§ 71) zu lesen:

„Es gibt nichts Ödes, nichts Unfruchtbares, nichts Totes in der Welt, kein Chaos, keine Verwirrung, außer einer scheinbaren, ungefähr wie sie in einem Teiche zu herrschen schiene, wenn man aus einiger Entfernung eine verworrene Bewegung und sozusagen ein Gewimmel von Fischen sähe, ohne die Fische selbst zu unterscheiden. G.W.L.“