Leibniz’ Windkunst

Gottfried Wilhelm Leibniz, Entwurf der Horizontalwindkunst von Leibniz’ Hand, Manuskriptseite mit Skizzen, GWLB: LH XXXVIII, Bl. 313

Im Kontext seiner Vorschläge zur technischen Verbesserung des Oberharzer Bergbaus hat Leibniz die „Horizontalwindkunst“ (eine Art Windturbine) entwickelt. Leibniz’ Idee war es, das Grubenwasser als Alternative zu Wasserrädern mittels Windenergie aus den Erzgruben abzupumpen. Dabei veränderte er die bisher üblichen vertikalen Windräder in eine horizontale Anordnung, wodurch die Anfälligkeit für Windbruch reduziert werden konnte. Leibniz’ Erfindung der Horizontalwindkünste hätte aus heutiger Sicht durchaus ein erfolgreiches Verfahren werden können, wenn er nicht am Widerstand des zuständigen Bergamtes, der Bergleute aber auch einiger technischer Schwierigkeiten bei Material und Konstruktion gescheitert wäre. 1685 wurden die Versuche mit Windturbinen im Bergbau bei der Grube St. Catharina auf herzoglichen Erlass hin eingestellt.